Funkfrequenzen für das mobile Internet

Zehn Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen für als 50 Milliarden Euro kommt in wenigen Monaten erneut ein großes Paket von Funkfrequenzen bei der Bundesnetzagentur unter den Hammer.

Die neuen Frequenzen entscheiden mit über Erfolg und Misserfolg im mobilen Internet und der Breitbandversorgung der Zukunft. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Frequenzen vor allem mit dazu beitragen, das schnelle Internet bis in den letzten Winkel der Republik verfügbar zu machen. Denn immer noch sind heute zahlreiche Gemeinden und Haushalte auf dem platten Land von der Versorgung mit schnellen Internetzugängen (DSL) abgeschnitten.

Experten erwarten bei der Auktion Erlöse in einer Größenordnung von 4 bis 5 Milliarden Euro.

Versteigert wird ein Bündel von Frequenzen. Unter den Hammer kommen dabei auch zwei Frequenz-Pakete, die damals die Bieter Quam (Telefónica/Sonera) und Mobilcom (Mobilcom/France Télécom) erworben und später ohne Entschädigung an die Aufsichtsbehörde zurückgegeben hatten. Die ungebremste Goldgräberstimmung in der Branche hatte die Mobilfunkunternehmen damals zu einer heillosen Überschätzung der Geschäftsaussichten getrieben. Die einen scheiterten mit ihrem Geschäftsmodell, die anderen litten mehrere Jahre an Abschreibungen in Milliardenhöhe.

Heftig umworben sind diesmal besonders die frei gewordenen TV-Frequenzen aus der Umstellung auf den digitalen Rundfunk. Sie sollen den Unternehmen endlich die Instrumente in die Hand geben, um die letzten weißen Flecken in der Breitbandversorgung auszumerzen. Diese ehemaligen TV-Frequenzen haben den Vorteil, dass man mit ihnen längere Strecken über Funk verbinden kann. Da deutlich weniger Antennen nötig sind, sinken die Kosten für jeden Breitbandanschluss.


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