Der Besitzer eines Smartphones kann telefonieren, SMS schicken, e-Mails senden und empfangen, auf dem Gerät installierte Anwendungen aus einem Apps-Store nutzen und online im Internet mobil unterwegs sein. Nun fehlt mir eigentlich nur noch „zeitweilig“ das Fernsehen. Momentan konkurrieren drei Standards: DVB-H, DMB und UMTS.
DVB-H heißt der Standard und bedeutet „Digitales Video-Broadcasting“ für mobile Kompaktgeräte. DVB-H ist eine abgespeckte Variante des DVB-T-Standards. Genau wie DVB-T wird DVB-H terrestrisch, also von Sendemasten, ausgestrahlt. Identisch mit DVB-T ist auch die Programmkapazität von 24 Programmen. Welche Programme das sind, hängt vom Netzbetreiber ab. DVB-H muss mit maximal 320 mal 240 Pixeln auskommen. Das hält die Datenraten gering und erlaubt gleichzeitig eine angepasste Darstellung für kleine Bildschirme.
DMB setzt auf den DAB-Standard für den Radioempfang auf und ergänzt ihn um die Fähigkeit, Bilder zu übermitteln. Auf diese Weise wird DMB/DAB zu einer direkten Konkurrenz für DVB-H. Anders als DVB-H lassen sich nur ca. 15 Fernsehprogramme per DMB an Stelle von DVB-H empfangen. Hinzu kommen die ohnehin per DAB verfügbaren Radiosender. Der Vorteil von DMB gegenüber DVB-H ist, dass der Standard einerseits dank der DAB-Verwandtschaft über eine hohe Netzabdeckung verfügt und andererseits auch digitale Radiokanäle empfangen werden können. Das DMB nur auf DAB aufsetzt, ohne den Standard zu ersetzen, lassen sich vorhandene DAB-Empfänger problemlos weiter nutzen, um Radio zu hören. Die Kommunikation erfolgt wie beim Radio oder Fernsehen über ein Sendegerät und einen Empfänger.
DVB-H und DMB verfügen lediglich über eine einseitige Kommunikation vom Sender zum Empfänger! DAB benötigt man nicht, denn weltweite Radiosender kann man ja übers Internet empfangen!
UMTS ist das DSL für Smartphones, Netbooks und Notebooks. Es stellt damit einen vollständigen und breitbandigen Internet-Zugang mit allen Vor- und Nachteilen dar. Über diese mobile Internet-Verbindung lassen sich Fernseh-Inhalte streamen. UMTS ist zurzeit der einzige breit verfügbare Standard, mit dem sich Fernsehen auf dem Handy schauen lässt.
Der klare Vorteil von UMTS ist die Tatsache, dass das Netz theoretisch überall dort verfügbar ist, wo bereits Handymasten stehen. Natürlich nur dann, wenn diese Masten bereits von den Netzbetreibern entsprechend für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS ausgebaut wurden.
Dadurch ist die Verfügbarkeit von Internet und gestreamten Inhalten überall möglich, während DVB-H und DMB zurzeit nur in Ballungsgebieten zu finden ist, wenn überhaupt.
Technisch ist die Zahl der übertragenen Kanäle bei UMTS unbeschränkt. So lässt sich jeder beliebige Fernsehsender ins Internet und damit auch per UMTS streamen. Ist die Netzabdeckung schlecht, reißt auch die Fernsehübertragung ab. Ein weiterer UMTS-Nachteil ist, dass sich Anwender in einer Mobilfunk-Zelle die Bandbreite teilen müssen. Sind viele Anwender in einer Zelle fernsehschauend unterwegs, kann es zu Überlastungen kommen, die Bandbreite sinkt in den Keller und das Fernsehbild kann zu ruckeln beginnen.
Bei DVB-H und DMB ist dies jedoch anders. Da diese Standards echte “Broadcast”-Lösungen sind, können theoretisch unbegrenzt viele Nutzer gleichzeitig die Fernsehprogramme empfangen.
Das könnte Sie auch interessieren:

19. November 2009 um 22:01 Uhr
Das mobile Internet ist die Zukunft und darüber hinaus auch noch überall frensehen zu könne das ist der Hammer.Ich finde es sehr gut beschrieben, wie es funktioniert und was macht so brauch.Lg Birgit
Pingback: Michael Held