Notruf, GPS-Ortung per SMS im mobilen Internet

Bekannt sind die Notrufnummern für Polizei 110 und Feuerwehr 112 an die in Deutschland per Festnetz oder mobil ein Notruf abgesetzt werden kann. Häufig sind dabei die mündlichen Angaben zum Standort ungenau oder falsch. Das verzögert eine schnelle und zuverlässige Rettung unnötig! In bestimmten Umständen ist man nicht in der Lage einen Notruf akustisch abzusetzen, besonders wenn man allein unterwegs ist.

Aktuelle Handys und Smartphones mit Anbindung an das mobile Internet mit Telefon- und/oder Datentarif über das GSM-/UMTS-Mobilfunknetz sind in der Regel mit GPS-Empfängern zur GPS-Ortung (Global Positioning System) ausgestattet.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Ortung von mobiler Hardware und dem Anrufer. Dafür muss das Mobiltelefon betriebsbereit sein und sich in einem GSM-Netz befinden:

  1. Location Based Services (LBS) ist ein standortbezogener Dienst. Bei der LBS-Ortung (Funkzellenortung) werden die Geokoordinaten der nächst stehenden Basisstation, in der das Handy eingebucht ist oder zuletzt eingebucht war, erfasst. In einem Notfall kann jedes Mobiltelefon mit Hilfe der LBS-Ortung lokalisiert werden.
  2. Um die Position eines GPS-Empfängers auf der Erdoberfläche genau zu bestimmen sind mindestens vier Satelliten, die ständig ihre sich ändernde Position und die genaue Uhrzeit ausstrahlen, nötig, Für eine Ortung mittels GPS vergleicht der GPS-Empfänger die Zeit der Signalsendung der Satelliten mit der Zeit des Signalempfangs. Aus diesen Signallaufzeiten kann dann nicht nur die Position, sondern auch die Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung des GPS-Empfängers exakt berechnet werden.

Die LBS-Ortung ist im Verhältnis zur GPS-Standortbestimmung ungenauer, da primär nicht das GSM-Gerät selbst, sondern nur die jeweilige Basisstation der Funkzelle, bei der das mobile Device eingebucht ist, geortet werden kann.

Für Geräte mit dem Betriebssystem Android gibt es zum Beispiel eine Anwendung „My GPS Status“ im Android Market. Mit dieser beispielhaften Anwendung kann man die aktuellen GPS-Daten mittels E-Mail oder SMS senden.

Das Senden von E-Mails dürfte im Notfall nicht sinnvoll sein, denn man kennt nicht die E-Mail-Adresse des nächsten Notrufes. In der Regel werden E-Mails beim Empfänger auch zeit versetzt gelesen. Erfolgreicher scheint mir das Senden der aktuellen GPS-Positionsdaten per SMS zu sein.

Auf meine Nachfrage durch Anruf bei den Telefonnummern 110 und 112 konnte man mir nicht sagen, ob unter diesen Telefonnummern auch SMS empfangen werden können!

 

Der Polizei oder den Rettungsdiensten aktuelle Standortdaten per SMS zukommen zu lassen, dürfte bei schwieriger eigener Standortbestimmung oder bei Einschränkung der Sprache Vorteile bieten. Denn möglicherweise kann zeitaufwendiges Suchen des Zielpunktes vermieden werden.

Wohin soll man seine Notfall SMS senden?

Einen umgekehrten Weg geht die „Allianz OrtungsServices GmbH“. Ich zitiere das Unternehmensziel: Die „Allianz OrtungsServices GmbH“ stellt die “Ortung im Notfall” allen bereits an das System angeschlossenen Rettungsleitstellen kostenlos zur Verfügung. Unternehmensziel ist es, alle europäischen Rettungsleitstellen mit einen Zugang zum sicheren Ortungssystem auszustatten. Im Notfall kann die Rettungsleitstelle über die Ortungsplattform “LifeService112″ jedes Mobilfunkgerät mit Hilfe der LBS- und GPS-Ortung lokalisieren …“. Das System wurde von der Björn Steiger Stiftung übernommen.

Wenn der Notfall eintritt, ist folgender Ablauf vorgesehen:

  1. Über das mobile Endgerät wählen Sie den Notruf 112.
  2. Die LBS-Ortung durch die Software der Allianz OrtungsServices GmbH erfolgt.
  3. Nach einem Notruf wandelt die Ortungsplattform der Allianz OrtungsServices GmbH die LBS-Koordinaten des Handys in den ungefähren Standort des mobilen Gerätes um, zeigt den Standpunkt des Anrufers auf einer Karte an und ermittelt die zuständige Rettungsleitstelle.
  4. Die Rettungsleitstelle wird alarmiert, wobei nun die “ungefähre” Position des Verunglückten und die dazugehörige Adresse übermittelt werden.
  5. Die Angaben werden an den Rettungsdienst weitergeleitet.

Wenn man die kostenlose Software Ö-Navi auf sein Handy bzw. Smartphone geladen hat und einen Nortuf über 112 absetzt, wird bei eingeschaltetem GPS die unmittelbare Interpretation der empfangenen GPS-Daten von der Ortungsplattform “LifeService112″ der Allianz in eine Adresse umgesetzt und an die Rettungsstelle weiter geleitet. Die Ö-Navi Softare ist noch nicht für das Android OS verfügbar.

Offen sind bei diesem Verfahren für mich mehrere Punkte:

  1. Warum ist das Verfahren „LiveService112“ der Rettungsstelle 112 im Wetteraukreis nicht bekannt?
  2. Das Verfahren ist durch die LBS-Ortung wenig präzise.
  3. Wie kommt die Allianz an die Zustimmung über die Ö-Navi Software Schnittstelle meine GPS-Daten (Bewegungsprofil?) abzurufen?
  4. Wozu verwendet die „Allianz OrtungsServices GmbH“ die gewonnenen und gespeicherten Daten?
  5. Wenn ich mich sprachlich nicht verständigen kann, ist das Verfahren nicht brauchbar!

Meine Bemühungen, eine Nofall-SMS an einen Rettungsdienst zu schicken, blieben bisher erfolglos.


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