Weiteres Social Web Angebot

Das Social Web (Web-2.0) wurde bisher durch wichtige internationale Anwendungen wie Facebook, Twitter, Flickr, YouTube und E-Mail sehr stark geprägt. Die genannten Anwendungen haben sich bisher als Standard im Web etabliert. Im Social Web stehen Beziehungen im Mittelpunkt (Social Graph), sowie persönliche Mitteilungen, das Teilen und das Mitteilen (Sharing) von Artikeln, Fotos, Videos (Content).

Hinzu kommt in jüngster Zeit das mobile Internet mit weltweit bisher ca. 4 Mrd. Nutzern, das dem Social Networking zusätzliche Möglichkeiten verleiht, indem man etwa seinen aktuellen Aufenthaltsort kund gibt oder gezielt nach umgebungsrelevanten Inhalten zu einer Beziehungsperson sucht. Durch die mobile Nutzung von Multimediageräten wird das Echtzeit-Internet (Real-Time Web) eine immer größere Bedeutung bekommen.

Nun möchte auch Google mit der Anwendung Buzz aktiv im Social Web mitmischen, denn Google ist im Wesentlichen noch immer eine Suchmaschine und stark auf Dokumente bzw. Webseiten fixiert als Basis zum Vertrieb von inhaltssensitiver Werbung. Zusätzlich bietet Google Web basierte Software an.

Von automatisierten Prozessen, Kommunikation in Echtzeit und der Möglichkeit, Status-Updates an persönlich zusammengestellte Gruppen zu senden, soll bei der neuen Google Anwendung Buzz die Rede sein. Im Prinzip wird Google Mail durch Google Buzz zur “Social Media Kommandozentrale”. Auf der neuen Plattform werden Services und Funktionen aggregiert.

Im Überblick:

  1. Google erkennt automatisch Kontakte, mit denen der E-Mail Adress-Inhaber häufig in Verbindung steht und folgt denen à la Twitter automatisch.
  2. Eigene Veröffentlichungen können entweder ganz offen oder nur für das persönliche Netzwerk der „Freunde“ geöffnet werden.
  3. Kommentare werden an den Google-Mail-Posteingang gesendet, sodass sich nicht einzelne E-Mails sondern ganze Konversationen verfolgen lassen, ähnlich einer Newsgroup.
  4. Posts und Kommentare werden in Echtzeit angezeigt.
  5. Blog-Kommentierung und Chat sind nicht mehr klar voneinander getrennt.
  6. Inhalte aus eigenen Webseiten, Twitter, Picasa, Flickr und Google Reader können importiert und verarbeitet werden.
  7. Google weiß bekanntlich am besten, was der Anwender gerne im Web konsumiert und schlägt relevante Themen vor.
  8. Die Anwendung ist in die Suchfunktion eingebettet und in Google Maps auf mobilen Geräten integriert.
  9. Veröffentlicht man Links zu einer Web-Seite, saugt sich Buzz zur Illustration automatisch Bilder von der verlinkten Seite ohne Beachtung von Urheberrechten analog Facebook.
  10. Mobiler Zugriff über Webbrowser nur mit Android OS 2.0+ bzw. iPhone OS 3.0+ möglich.

Buzz funktioniert nicht nur auf dem PC oder Notebook, sondern auch auf Smartphones. Google Buzz kann entweder per mobiler Webseite buzz.google.com in Form eines Bookmarks (iPhone, Windows Mobile, Blackberry etc.) genutzt werden oder mittels Android-App (Google Buzz Web). In Kombination mit Google Maps 4.0 lässt sich in Form kleiner Sprechblasen erkennen, wer sonst noch in der Nähe ist. Buzz ist bekannt, wer Fotos und Nachrichten in der näheren Umgebung postet. Wenn man möchte, kann man Status-Updates als Kommentare hinterlassen oder einen “Gefällt mir”-Button analog Facebook drücken. Die geschilderte Funktion hat etwas von einem Blind-Date.

 

An Vorteilen sehe ich momentan: Android Phone Besitzer haben bereits ein Google Mail Account, einen der populärsten E-Mail-Dienste. Mit einem Smartphone kann die mobile Webseite oder ein Android App zur Bedienung genutzt werden. Buzz-Postings sind in der Länge nicht beschränkt und Flickr-Alben lassen sich integrieren ohne die Anwendung zu verlassen. Buzz führt alte und neue Google-Produkte zusammen. Google sieht Buzz als einen offenen Service, der gut mit anderen offenen Applikationen und Webseiten zusammenspielen könnte. Mal sehen, wann die Schnittstellen (API) genutzt werden.

Als Nachteile sehe ich für noch nicht Android Nutzer: Eine Google Mail Adresse ist erforderlich. Das Senden der Nachrichten von Buzz an den eigenen Twitter- oder Facebook-Account funktioniert noch nicht. Google Mobil Buzz bindet die GPS-Daten von Smartphones ein (Big Brother is watching you).

Google wird Daten aggregieren und auswerten. Ob es sinnvoll ist, ein E-Mail Konto offen vor aller Welt zu führen, halte ich nicht für sinnvoll. Ob Buzz eine Bedrohung für Facebook sein wird, muss die Zukunft und die Nutzung zeigen. Facebook hat Google den Zugang verweigert, wobei es letztlich um die Online-Werbemöglichkeiten auf Facebook gehen wird. Google wird nach der Version 1.0 sicherlich weiter an Buzz entwickeln und programmieren, um möglichst viele Nutzer für den Dienst begeistern zu können. Konkurrenz belebt das Geschäft. Nun haben wir noch einen zusätzlichen Killer der frei verfügbaren Zeit!

Google Buzz beinhaltet nach wenigen Tagen bereits mehr als 9 Millionen Posts und Kommentare. Man kann schon jetzt entscheiden, ob man die eigenen Follower auch allen anderen anzeigt oder eher verheimlicht.

Einstellung zur Wahrung des Datenschutzes

Erstaunlich ist, wie schnell Google auf Kritik reagiert und Verbesserungen in den Dienst einbaut. Das sind wir zum Beispiel von Microsoft, Adobe und Facebook nicht gewohnt.

Für Menschen, die Google Buzz nicht nutzen wollen, gibt es hier zwei Links:

  1. Buzz Funktionalität deaktivieren (Screenshot)
  2. Bei Gmail anmelden und öffentliche Profil Seite löschen


Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Social Network Nutzung
  2. Facebook beauftragt Kampagne gegen Google
  3. Facebook mit E-Mail-Dienst
  4. Googles Soziale Netzwerke App
  5. Apple, Google und Microsoft Flops
  6. Google Social Search das offene Social Network?
  7. Tipp: Facebook Kontakte zu Google Plus übertragen
  8. Problem des Facebook „Gefällt mir“ Buttons
  9. Facebook gibt Benutzerdaten an Dritte
  10. Facebook Zero für Smartphones