Killer App für Tablet-PCs?

Das Instapaper App von Marco Arment ist ein Tool, mit dem beim Surfen entdeckte Artikel für späteres Offline-Lesen auf dem mobilen Gerät gespeichert werden können. Die Texte werden von sämtlichem Ballast wie Seitenkopf, Navigation und Werbung befreit. Übrig bleibt lediglich hervorragend aufbereiteter einfacher Text. Das Tool erfreut sich bereits unter Nutzern von Lesegeräten mit kleinem Display wie das Apple iPhone einiger Beliebtheit.

Der Apple oder andere Tablet-PC ist im Vergleich mit dem iPhone dank größerem Display das bessere Surf- und Lesegerät. Auch aus diesem Grund braucht man sich um die Verbreitung der App keine Sorgen machen. Richtig spannend wird Instapaper jedoch für Käufer des iPads mit WLAN und ohne UMTS-Anschluss. Wer nur in Reichweite eines WLAN bzw. Hotspots Zugang zum Internet hat, wird die Möglichkeit der Volltext Speicherung zu schätzen und zu nutzen wissen. Wer gerne und viel liest und sich dabei von animiertem Beiwerk eher gestört fühlt, wird von Instapaper in vielen Fällen wohl sogar eine bessere Ausgabe der Inhalte geliefert bekommen.

Mit diesem Tool verschärft sich sicherlich auch der Interessenkonflikt zwischen der Content-Industrie, Apple und Google als Plattform Betreiber für Werbung und den Mobilfunkprvidern im Besonderen auf der einen und Instapaper bzw. den Nutzern auf der anderen Seite. Die App erledigt über WLAN aus unterschiedlichen Quellen kostenfrei, wofür sich viele Redaktionen bezahlen lassen wollen. Mit diesem Tool Instapaper sind Smartphone und Tablet-PCs auch offline sinnvoll nutzbar.

Sicherlich ist das Tool ein krasser Gegenentwurf zum multimedial aufbereiteten E-Paper.

Ähnliche Offline-Reader Software zum Lesen von Seiten und Abspeicherung zum späteren Offline-Lesen hat es in der zweiten Hälfte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in den Anfängen des Internets gegeben, als die Verbindung ins Internet damals nur über ein langsames analoges Modem möglich war.

Ich wünsche mir das Instapaper App auch für das Android OS, denn damit ließe sich einiges an Geld für UMTS sparen, denn jedes ordentliche Smartphone verfügt heute über einen WLAN-Chip. Abgesehen davon, dass man beim Lesen der gespeicherten Texte keine Funklöcher oder Drosselung der Geschwindigkeit im überlasteten UMTS-Netz zu fürchten hat.


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