Mein Eindruck ist, dass sich bisher Verlage wenig von ihren vertrauten Konzepten aus dem Print-Geschäft lösen.
Die Nachrichtenverbreitung hat sich durch das Internet massiv verändert und ist unumkehrbar. Nachrichten sind ein wichtiger Teil der täglichen Informationen. Sie sind durch das Internet, sobald sie bekannt sind, zum Allgemeingut geworden. Daraus lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass es sinnlos ist, für das Abrufen oder „Downloaden“ von aktuellen Nachrichten Geld zu verlangen und sicherlich kein Nutzer für frei verfügbare Nachrichten bezahlen wird. Aktuelle Nachrichten werden immer auf irgendeiner Webseite in einer oder mehreren Sprachen kostenlos angeboten, so dass der Leser diese Angebote kostenlos nutzen kann.
In einer gedruckten Zeitung oder Zeitschrift waren Text- und Bild basierte Informationen für den Endkunden früher nur im Paket erhältlich. Es fehlt das Bewegtbild und Sprache und damit die multimedialen Möglichkeiten. Durch den Fortschritt der Digitalisierung kann sich der Endkunde Themenkomplexe selbst zusammen stellen. Das kann geschehen über Suchmaschinen, RSS-Feeds und Social Networks. Die Zusammenstellung erfolgt nicht mehr durch die Vorgabe des Verlages, sondern individuell durch den Leser.
Es reicht nicht aus, Printprodukte mit etwas Bewegtbild-Inhalt anzureichern und in eine schicke App für Smartphone bzw. Tablet-PC zu packen, wenn das Resultat auch in einem Webbrowser präsentierbar ist.
Der Vorteil der digitalisierten Medien ist Text, Bild, Sprache in ein schlüssiges und prägnantes Konzept einzubinden. Ein multimediales Angebot kann durchaus innovativ und für Leser interessant sein. Ein kleines Beispiel mit hoher Innovation ist die kostenlose amerikanische Hobby-Zeitschrift „Model Railroad Hobbyist Magazine“. Meines Wissens wird bei dieser beispielhaft aufgeführten Internet-Zeitschrift daran gearbeitet, die Medieninhalte für das Apple iPad verwendbar zu machen.
Erstaunlich finde ich aktuell die Preise für den kostenpflichtigen elektronischen Vertrieb von digitalen Informationen. Da die Verleger die Papierkosten, Versand und Gewinnspannen für den stationären Zeitschriftenhandel und Grossisten einsparen, müssten doch die Kosten für Paid-Content unter denen für ein gedrucktes Exemplar liegen?
Bei ausführlichen Berichten mit speziellen „Insider“ Hintergrundinformationen ohne Werbung könnte es etwas anders aussehen. Für diese Art von Spezialinformationen werden die Menschen vermutlich eher Geld ausgeben. Es hängt sicherlich auch von der Qualität der angebotenen speziellen Informationen ab.
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