Brauchen wir Netzneutralität im Internet?

Quelle: O2 Pressebilder Technik


Wo liegt das Problem der sogenannten Netzneutralität im Internet?

Netzneutralität bezeichnet die neutrale Datenübermittlung der Datenpakete der Zugangsanbieter (Access Provider) vom Anbieter zum Kunden (Customer) unverändert und gleichberechtigt.

Der Suchmaschinenkonzern Google und der US-Telekommunikationsanbieter Verizon wollen die Offenheit im traditionellen Internet stärken, aber andererseits auch den Weg für unregulierte breitbandige Zusatzdienste öffnen. Den Betreibern des mobilen Netzes soll also weitgehend freie Hand gelassen werden. Dieses Abkommen zwischen Google und Verizon führt zu einem Zwei-Klassen-Internet. Erstaunlich ist, dass Fürsprecher der Meinungsfreiheit und kleinere Unternehmen in den USA bisher an diesem Dialog nicht beteiligt waren! Aus meiner Sicht versuchen hier zwei Partner sich das Internet so zurecht zu biegen, dass es ihren eigenen Zwecken dient.

Im Kabel-TV gibt es schon lange keine Netzneutralität mehr, wer am meisten zahlt, bekommt einen Kanal zum Broadcasting. Das gleiche Prinzip findet sich beim Satelliten-Fernsehen.

Aber auch in Deutschland ist im mobilen Internet die Netzneutralität faktisch schon etwas eingeschränkt. Jeder „unechte“ Flatrate-Vertrag beinhaltet Maßnahmen zur Aufteilung und Regelung der verfügbaren Bandbreite, Geschwindigkeit und nutzbare Datenmenge. Bis auf den Netzanbieter O2 (Telefonica) versuchen die anderen Anbieter VoIP im mobilen Netz zu verhindern oder möchten für die Nutzung extra zusätzliche Gebühren kassieren.

Ich denke schon, dass in Zukunft bei Diensten mit unterschiedlichem Datenvolumen wie Spiele, Video-Streams, Streaming Audio, Live-Übertragungen, Chats, Filesharing, FTP, SMTP u.a. im Netz Prioritäten für die Datenpakete gesetzt werden.

Eines sollte nicht erlaubt sein, dass Provider nach Anbietern Prioritäten im Netzwerkmanagement setzen, so dass ein Anbieter den höchsten Betrag an den Netzbetreiber zahlt und dadurch in der Datenübertragung im Netz die höchste Priorität bekommt. Letztendlich führt das wiederum dazu, dass große globale Konzerne hier die Prioritäten setzen werden, ähnlich im Strommarkt in Deutschland. Hier müsste bereits heute die Politik vorbeugend auch in Deutschland regulierend eingreifen. Sonst könnten Kunden zukünftig dafür zahlen müssen, dass bestimmte Angebote besser funktionieren.

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom möchte gerne von Anbietern mit datenintensiven Diensten, zum Beispiel Apple und Google für die Nutzung des Telekom Netzes Geld haben. Würde ein Vertrag zwischen Anbietern und Deutsche Telekom kommen, würde es als Gegenleistung zu einer Prioritäten Steuerung im Netz kommen.

Für die Netzneutralität setzt sich die Initiative Pro Netzneutralität ein. Die junge Initiative setzt sich für eine neutrale Übermittlung von Daten im Internet ein. Dies soll in Form einer gleichberechtigten Übertragung aller Datenpakete geschehen, unabhängig davon, woher diese stammen, welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.

Als erstes Land der Welt hat Chile die “Netzneutralität” im Internet gesetzlich verankert.


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