25 Jahre Windows – Ein subjektiver Rückblick

Anfang der 80er Jahre war ein ATARI 520ST Computer, aufgerüstet auf ein MB Arbeitsspeicher, 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk, mit einer grafischen Bedieneroberfläche, einer funktionierenden Textverarbeitung und der Tabellenkalkulation 123 eine Revolution. Im Gegensatz dazu empfand ich Microsofts Bill Gates DOS Welt in Bezug auf Komfort und Bedienung als abschreckenden Rückschritt in der Computerwelt. Erste DOS Erfahrungen machte ich mit einem IBM 8088 mit 512 KB Arbeitsspeicher, 7 Zoll Floppy-Laufwerk und 5 MB Festplatte im Jahre 1982 mit Monochrom-Bildschirm.

Leider wurde die ATARI Welt nicht weiter entwickelt und die Preise für Apples Macintosh waren für mich zu hoch.

Quelle: Winfuture

Steve Ballmers Anpreisung von Windows 1.0 begeistert mich auch in der Retrospektive nicht:

Zwischenzeitlich gab es die ersten Computer mit Intels 8086 Prozessor und dem Betriebssystem Windows 3.0 mit grafischer Oberfläche. Zwischen der Bedieneroberfläche von Microsoft und Apple waren damals in der Erinnerung schon große Qualitätsunterschiede in der Einfachheit der Bedienung und dem Verständnis der Funktionen. Mit Windows 3.0 begab ich mich dann auch auf den langen Pfad der letzten 25 Jahre mit Windows. In dieser Welt gab es doch sehr viel mehr Software von Fremdanbietern.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass bis heute das Microsoft Marketing immer dem Stand der Software in Bezug auf Ankündigungen und Qualität des Nutzbaren weit voraus war. Es gab bei allen bisherigen Versionen ziemlich regelmäßig Updates. Unglaublich viel Zeit habe ich nach der Installation durch erforderliche Konfiguration verschwendet, um manche Hardware und Rechner im Netz zum Laufen zu bringen. Manches funktionierte oder auch nicht. Im Laufe der Jahre verlor ich langsam den Glauben an die Exaktheit von „0“ und „1“ der Booleschen Algebra in der Informationstechnik.

Nach einiger Betriebszeit wurden die Rechner immer langsamer und die Festplatten voller, so dass es wieder an der Zeit war, einen neuen PC zu kaufen. Die angebotenen „Betriebssystem Clean-Programme“ halfen ein wenig, die Zeit bis zur Neuinstallation oder dem Kauf neuer Hardware etwas heraus zu zögern. Diese Eigenart von Windows sich im Betrieb zu lasten der vorhandenen Hardware und Leistungsfähigkeit zu vergrößern war aus meiner Sicht einem Kartell zwischen Intel und Microsoft zum Nachteil der Eigner eines PC zu verdanken.

Zwischenzeitliche Versuche mit einem LINUX-Derivat waren leider auch sehr unbefriedigend, hinsichtlich Bedieneroberfläche und Verfügbarkeit von Treibern, gewesen.

 

Absolute Tiefpunkte in der Qualität der Microsoft Betriebssysteme waren Windows 95, Windows ME und Windows Vista. Bei Windows 95 gab es massenhaft Abstürze und Daten gingen verloren. Windows ME war auch ziemlich instabil und Vista habe ich übersprungen, da es von Anfang an sehr schlechte Beurteilungen und bittere Kommentare in den einschlägigen Foren bekam. Meine vorhandene Hardware hielt auch die „Vista Zeit“ zum Glück klaglos durch.

Mit Windows XP war ich nach der langen Reifezeit sehr zufrieden, schlicht einfach und noch heute berechenbar. Es war ein wirklich ausgereiftes Betriebsystem, wenn es nur Treiber für die aktuelle Hardware Generation geben würde …

Nun quäle ich mich mit Windows 7 herum. Da gibt es unglaublich viele sinnlose Meldungen auf die man reagieren soll und Windows 7 sucht nach Problemlösungen und findet keine. Viele sinnlose Animationen nerven und kosten Kapazität der inzwischen Vierfach-Prozessoren.

Um ein Notebook am TV zu betreiben, muss man die Soundkarte konfigurieren, damit über das HDMI Kabel Ton übertragen wird. Externe für Windows 7 zertifizierte Firewall Software (Windows Firewall ist abgeschaltet) lässt die Grafikkarte abstürzen, … Weiterhin müssen für angeschlossene Drucker, die von einem PC im Netzwerk aus genutzt werden, Treiber für 32-Bit und 64-Bit installiert werden, was aber im Endeffekt bei der Installation doch nicht richtig funktioniert. Weiterhin nerven Inkompatibilität mit Programmen anderer Hersteller, die angeblich mit Windows 7 kompatibel sind.

Das in ein Notbook eingebaute Blue-Ray Laufwerk und mitgelieferte Software machen es bisher unmöglich, einen Film von einer Blue-Ray Disk auf einem angeschlossenen LCD Monitor oder TV-Gerät anzusehen. Es erfolgt die Meldung: Medium wird nicht unterstützt! Corels WinDVD Software für Blue-Ray Disk reagiert teilweise nur auf Tastatureingaben und nicht auf die Maus! Sony hat Windows 7 im Bereich der Soundkarten Software manipuliert, so dass man Töne nur über ein Mikrofon aufnehmen kann! Der Stereomixer wurde beseitigt.

Positiv an Windows ist bis heute, dass man auch unterschiedlichste Fremdhardware an Rechner, die mit Windows betrieben werden, über spezielle Hardware Treiber über eine USB-Schnittstelle anschließen kann, was leider bei Apple Mac OS nicht möglich ist. So funktionieren auch Android Smartphone im Zusammenspiel mit Windows XP und Windows 7 ohne Konfigurationsprobleme.

Mit jeder neuen Version des Windows Betriebssystems kaufte man sich neue und andere Probleme ein. Die Lösungen waren teilweise sehr zeitraubend. Nun gibt es Windows 7 auch schon wieder ein Jahr und das Service Pack 1 (Frühjahr 2011) wird manches Problem beheben und andere neue bescheren. Windows 8 soll schon 2012 mit neuen Überraschungen folgen …

Ist es vielleicht nach 25 Jahren doch endlich an der Zeit, einen Systemwechsel auf Apples Mac OS mangels geeigneter Betriebssystem Alternativen? Einen Tod muss man halt sterben, ob wahlweise durch Pest oder Cholera ist eigentlich gleichgültig.


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