Alle wollen unsere Daten abgreifen

Es ist aus meiner Sicht beängstigend, wenn immer mehr Anbieter von Apps unsere Daten bei der Kommunikation des Smartphone mit dem mobilen Internet abgreifen.

In vielen App wird ungefragt die Geräte ID abgefragt und an Entwickler oder zu Werbezwecken an ein Werbenetzwerk weiter geleitet. Diese ID gibt den Interessierten weitreichenden Aufschluss über das Nutzerverhalten und auch Einblick in die Art der benutzten Apps oder die Häufigkeit ihrer Verwendung. Leider kann ein Smartphone Besitzer die Geräte ID nicht löschen oder ändern. Im Gegensatz dazu kann ein Webbrowser-Cookie von jedem Nutzer über die Einstellungen des Webbrowsers gelöscht werden.

Das Wall Street Journal berichtete, dass ein Großteil der Apps die Geräte-ID und oft auch den aktuellen Aufenthaltsort, wenn das GPS eingeschaltet ist oder GSM Funkverbindung besteht, übermittelt.

Der Check-In-Dienst Foursquare oder das Spiel Doodle Jump greift zusätzlich auf die vorher vom Nutzer hinterlegten Twitter Kontozugangsdaten zurück, um Aufenthaltsort oder Spielstand gezielt über den Kommunikationsdienst weiter zugeben. Wer seine Twitter- oder Facebook Kontozugangsdaten bei einem App eingibt, ist aus meiner Sicht schon fahrlässig und muss die Folgen tragen.

Die kostenlose App des US-Musikdienstes Pandora teilt die Geräte-ID, den Aufenthaltsort und teils auch Angaben zu Alter und Geschlecht, sofern gespeichert, an Apple und Google mit. Das weiß man jedoch nur, wenn man die sogenannten Datenschutzrichtlinien von Pandora gelesen hat.

Smartphone Nutzern fehlen leider noch die Werkzeuge, um sich gegen ungewollte Datenübermittlung zu schützen.

Sprechen wir über Microsoft Windows. In der Registry eines Windows Systems wird extrem viel protokolliert. Da findet sich praktisch ein Logbuch der Ereignisse eines Windows Nutzers mit Zeitstempel, Kommunikationsabläufe, welche Software auf dem System installiert ist, Suchanfragen, Besuche von Webseiten, Formulareingaben, welche mobilen Geräte angeschlossen wurden und welche WLANs benutzt wurden. Was davon an Microsoft oder andere übertragen wird, ist mir unbekannt. Da nutzt auch keine Windows Firwall, eher schon Plug-Ins im Webbroser, der möglichst viele gesammelte Daten nach dem Schließen des Browsers löscht.


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