Facebook geht an die Börse

Wie ich die Zeilen „Facebook geht an die Börse“ gelesen habe, habe ich an andere vergangene Börsengänge gedacht. Schaut her, der Wahnsinn startet wieder ungebremst Richtung nächster Blase und dem nächsten Crash. Lediglich der Zeitpunkt ist noch offen. Banker und Zocker machen weiter wie in den vergangenen Jahren. Bei den Spektakeln gibt es ganz wenige Gewinner und viele Verlierer, die um ihre Ersparnisse gebracht werden.

Hatten wir nicht schon Anfang des letzten Jahrzehnts eine solche virtuelle Börsenwelle, die nach den Börsengängen und dem hoch jubeln der Börsenkurse wieder in sich zusammen brach. Im Jahre 2008 crashte es wieder wegen wertloser Papiere.

Erinnert sei an das Marketing Spektakel der Telekom mit Anwalt Liebling, alias Manfred Krug. Was blieb war eine Aktie mit sehr wenig Substanz Wert. Viele Gutgläubige haben damals viel Geld verloren, nicht nur mit der Telekom Aktie, sondern auch mit vielen anderen Aktien ohne Substanz. Ganz wenige, haben sich die Taschen gefüllt.

Was ist das für ein Wahnsinn mit dem sozialen Netzwerk Facebook. Aus meiner Sicht gibt es überhaupt keine greifbaren Substanz Werte bei dem zwei Jahre alten Unternehmen. E-Commerce Angebote, ähnlich nach dem Vorbild des virtuellen Kaufhauses Amazon, sind angekündigt.

Junge Leute sind auf Ihrem Smartphone über spezielle Facebook Clients ständig mit Facebook und ihren „Freunden“ online, liefern GPS Daten, Adressen, Benutzer Ids, Vorlieben etc. bei Facebook ab und tauschen Belanglosigkeiten und stumpfsinnige Bilder aus. Da wird eine Facebook Gesichtserkennung, Facebook E-Mail Dienst eingeführt und auf ungezählten Webseiten Facebook Buttons platziert.

Als Dank für die vom Nutzer kostenlos gelieferten Daten bekommen sie über das persönliche Profil gesteuert, Werbung präsentiert.

Der Hype der Facebook Aktie kann schnell wieder verfliegen. Wie kommt eine Bank Goldman Sachs dazu die Firma mit 50 Milliarden US-Dollar zu bewerten? Für 2010 erwartete das Unternehmen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar (Quelle: Bloomberg). Umsatz ist jedoch kein Gewinn!

Klar, man ist beauftragt worden die Aktien zu platzieren und vor dem Verkauf viele gute Schlagzeilen zu produzieren. Damit es für die zukünftigen Einzahler gut und vertrauenswürdig aussieht, investiert Goldman Sachs schnell vorher noch 450 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Auf dieser Marketing Basis kann man schnell und ohne Risiko sein eingezahltes Geld zurück holen und zusätzlich frisches Geld über Fonds einsammeln.

Ich meine, dass man in sich gehen sollte, Zweifeln angebracht ist und nur so bleibt man ein selbst denkender Mensch.


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