In den letzten Jahren entstanden immer mächtigere IT-Unternehmen durch gute Geschäftsmodelle und Aufkäufe von jungen Unternehmen mit guten Ideen. Die uns zur Verfügung gestellten Plattformen, Programme und Produkte beeinflussen immer stärker unser Leben.
Ich empfinde, dass für den Benutzer ein nicht immer sichtbarer und offener Kampf um Plattformen, Programme und Produkte in der Informationstechnik tobt. Dabei habe ich den Eindruck, dass Unternehmen im Sinne des „Shareholder Value“ jedes Mittel recht ist, die Machtposition in der digitalen Welt zu festigen. Um die digitale Weltherrschaft kämpfen sichtbar Apple, Facebook, Google und Microsoft.
Jedes dieser Unternehmen versucht mehr oder weniger erfolgreich gegen den Verbraucher eine geschlossene Kette und Abhängigkeit vom Hersteller zwischen Übertragungstechniken, Hardware, Schnittstellen, Plattform, Software, Inhalten wie Text, Bild, Film und Musik aufzubauen.
Das Marketing und die mediale Inszenierung gehört zur Imagebildung. Letzteres gelingt aktuell niemandem so perfekt wie Steve Jobs (Apple). Auch hat er die Kette zwischen Design, Hardware, Betriebssystem und Anwendungen aus meiner Sicht bisher sehr geschlossen gestaltet. Hat man ein hochpreisiges Apple Produkt gekauft, ist man gezwungen, in diesem Kreislauf zu bleiben, denn die Konnektivität zu anderen Welten ist bewusst schlecht, nicht gewollt oder durch Software schlicht verhindert. Man denke nur an die Apple Adapter, deren eingeschränkte Konnektivität über die angebotene Software bewusst zum Schaden der Nutzer gesteuert wird. Apple hat aus meiner Sicht mit extrem wenig gleichartiger Hardware mit einfacher Bedienung, streng kontrollierter Software, Zensur bezüglich Inhalten und Verbannung von Fremdprodukten (Adobe Flash) über die eigene reale und digitale Verkaufsorganisation ein überzeugendes Geschäftsmodell im Sinne des „Shareholder Value“ aufgebaut. Das Geschäftsmodell funktioniert und hat ein zahlungskräftige Kundschaft. Auch die guten Jahresabschlusszahlen und der hohe Börsenkurs bestätigen das erfolgreiche Geschäftsmodell.
Anwendungen (Apps) sind nur dann für Apple akzeptabel, wenn Apple 30% für die Bereitstellung verdient und wenn die Software die eigenen Zensurregeln passiert. Fehler gibt es eigentlich nicht oder sind Einzelfälle.
Die Produkte wie die Antenne des iPhone 4 ist gut, nur die Kunden sind zu doof das Smartphone richtig zu halten (Antennagate). Unzulänglichkeiten werden gar nicht genannt oder als Vorteil verkauft, wie zum Beispiel der über einen Adapter lieferbare USB-Port mit eingeschränkter Funktionalität oder der fest eingebaute Akku. Der Wechsel eines Akkus beim iPhone kostet ca. 80 Euro. Ob Microsoft Windows oder Apples iOS öfter abstürzt oder welche Software mehr Bugs beinhaltet, wird wohl nie ermittelt werden. Damit schließt sich wieder der Kreis des perfekten Apple Marketings. Niemand ist besser im viralen Marketing.
Warum ist auf einem Apple iPad 2 Flash verbannt, obwohl das mobile Gerät die doppelte Prozessorleistung wie das Vorgänger Modell besitzt? Nicht nur in diesem Beispiel ist bei Apple Demagogie und Unehrlichkeit im Spiel! Auf billigen Netbooks mit Windows reicht die Prozessorleistung für Adobe Flash völlig aus.
Die genannten Unternehmen Apple, Facebook, Google und Microsoft greifen mehr oder weniger ungeniert Daten der Benutzer ab, um persönliche Profile zu erstellen, über die man zusätzlich zielgerichtet zu jedem Inhalt die passende Werbung beim Besuch der „betreuten“ Webseite schalten kann. Auch andere kleinere Firmen machen durch die klammheimliche Installation von Toolbars in Browsern von den eigenen Daten Gebrauch. Geklaute Daten melden sich beim Eigentümer nicht!
Nicht anders verfährt Mark Zuckerberg mit Facebook, der sich jede Art von Daten, aus meiner Sicht wenig durchsichtig für den Nutzer, sogar von fremden Webseiten (Gefällt mir Button) und dem eigenen Smartphone (Facebook App) verschafft.
Datenschutzgesetze, zum Schutz persönlicher Daten einzelner Länder nutzen in der globalisierten Welt des Internets wenig, denn die Unternehmen agieren global. Ob es globale Regeln geben wird, muss die Zukunft zeigen, denn das könnten Einschränkungen der Geschäftsmodelle eines Unternehmens werden.
Doch was soll der wissende und informierte Kunde gegen die Gängelung tun? Ohne zwei der genannten Weltherrscher in der digitalen Welt wird er sein digitales Endgerät gar nicht nutzen können.
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