Wie vielen Nutzern leidvoll bekannt sind Handys und Smartphones von manchen Providern mit einem Netlock und/oder SIM-Lock ausgestattet, so dass man lediglich in dem zugelassenen Netz und über den Provider telefonieren bzw. surfen kann.
Um aus diesen Zwängen auszubrechen, gibt es Möglichkeiten diese Sperren mit Software zu entfernen.
Im vorliegenden Fall wurde lediglich das Thema SIM-Lock Sperre entfernen behandelt.
Nach einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts Göttingen ist das strafbar. In dem vorliegenden Fall wurde ein Mann in Göttingen zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte gewerbsmäßig die Sperre von einem bestimmten Mobilfunk-Anbieter (SIM-Lock) beseitigt.
Der Verurteilte hatte in den letzten Jahren auf gewerblicher Basis Hunderte von Geräten entsperrt, zur Prozessvereinfachung beschränkte man sich allerdings auf zehn Fälle.
Das Urteil kritisiert das grundlegende Vorgehen der Aufhebung von Netzsperren und nicht nur die gewerbliche SIM-Lock Entfernung. Als Gründe wurde vom Gericht ausgeführt, dass eine Entsperrung einer “Fälschung Beweis erheblicher Daten” und somit einer strafbaren Datenveränderung gleich kommt. Der Richter äußerte die Ansicht, dass Mobilfunkanbieter eine Sperre beim Abschluss des Nutzervertrags einrichten und damit die Verwendung weiterer Mobilfunknetze zu möglicherweise günstigeren Konditionen verhindern können.
Der Richter gab zu erkennen, dass das Geschäftsmodell der Mobilfunkanbieter, teure Handys bzw. Smartphones preiswert zu verkaufen und durch teure Laufzeitverträge zu refinanzieren, persönlich gering schätze. Dennoch müsse man die per SIM-Lock erstellte Netzsperre respektieren.
Der Verteidiger will das Gerichtsurteil in der nächsten Instanz überprüfen lassen. Nach seiner Auffassung ist die SIM-Lock Sperre ein Nutzungshindernis. Allenfalls ist die Auflösung der Sperre eine zivilrechtliche Vertragsverletzung gegenüber dem Mobilfunkanbieter.
Wenn das Urteil in der folgenden Instanz bestätigt würde, könnte die weit verbreitete SIM-Lock Entsperrung auch für Privatpersonen strafrechtlich relevant werden.
Das könnte Sie auch interessieren:
