Google+ will Facebook Marktanteile nehmen

Google entwickelt ein sicheres soziales Netzwerk namens Google+ und startet damit einen neuen Angriff auf den Konkurrenten Facebook in diesem Sektor. Google+ ist ein notwendiger Versuch mit den Trends im Web Schritt zu halten. Der CEO und Google Mitgründer Larry Page hat einen Erfolg im Bereich soziales Internet bei den Geschäftszielen priorisiert. So wie ich es verstanden habe, möchte Google ein “realeres soziales Netzwerk” und keine Kopie von Facebook schaffen.

Der Hype um Facebook scheint in den USA schon vorbei zu sein, denn die Nutzerzahlen sinken und damit sinkt der Wert für den geplanten Börsengang auch. Der Rest der Nutzer wird diesem Trend folgen. Die angestrebte Börsenbewertung von 100 Milliarden Dollar wird dadurch im Abwärtstrend der Nutzerzahlen verfehlt werden.

Google hat es in der Vergangenheit immer wieder geschafft, Marktführer einzuholen oder zu stürzen. Als Beispiel seien hier Yahoo mit seiner Suchmaschine, Microsoft mit der Office Software und Apples iPhone mit Android genannt.

Google hat viele gute Produkte wie Picasa, Blog, Maps, Docs weit entwickelt, aber es fehlen Verknüpfungen zu einer gemeinsamen Plattform. Das soll sich ändern, denn man lernt aus Fehlern der Vergangenheit und dem erfolglosen Google Buzz Anfang 2010. Google Buzz hatte auf Grund von Datenschutzproblemen zu einer Konfrontation mit der Telekom-Aufsichtsbehörde FTC geführt und die Nutzer blieben weg. Google hatte damals automatisch alle Gmail-Kontakte in das soziale Netzwerk integriert.

Es gab gestern keine Show als Google das „Projekt“ Google+ (Google Plus) in Mountain View in Form einer geschlossene Testphase startete.

Unverständlich ist für mich immer noch, dass heute jeder im Web den Stempel Freund (friend) erhalten muss, um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen. Mit wahren Freundschaften hat das alles nichts zu tun. Es geht nur um Profilbildung durch den Plattforminhaber, um zielsicherer Werbung nach exakten Vorlieben schalten zu können.

Facebook tut sich leider immer wieder mit der Missachtung von Nutzerrechten hervor. In mehreren Artikeln habe ich darüber berichtet. Das schadet Facebook aus meiner Sicht auf Dauer.

Die einlaufenden Meldungen werden in Form einer zeitlich sortierten Liste angezeigt, was Facebook Nutzern bekannt ist. Google setzt keine Freundschaftsbeziehungen voraus. In den Circles kann man alle Kontakte zusammen fassen, die im persönlichen Adressbuch vorhanden sind. Mit dem Produkt Google Hangout kann man einen Gruppenchat führen und Google Sparks ist ein Treffpunkt für spontane Diskussionen.

Folgende Produkte gehören bisher zu Google+:

Circles bezeichnet den Bereich, in dem man bestimmte Freundes- und Bekanntenkreise anlegen kann. Man kann bestimmen, welche Informationen mit welchen Freunden geteilt werden. Wer dann Statusupdates und Pinnwandeinträge sehen kann, ist somit leichter steuerbar. Dahinter steckt die Idee, Beziehungen wie im richtigen Leben abzubilden, anstelle der merkwürdigen Behandlung von Freunden bei Facebook.

Mit Hangouts bringt Google einen Massenchat via Webcam, bei dem bis zu zehn Teilnehmer gleichzeitig an einer Videokonferenz teilnehmen können.

 

Sparks ist der Bereich, in dem man sich mit neuen Informationen zu bestimmten Themen versorgen und diese teilen kann, zum Beispiel auf Basis von Text, Fotos oder Videos.

In Huddle treffen sich spontane Menschen zum Kommunizieren.

Die bei Google Webseiten eingeblendete Toolbar namens Sandbar soll den Einstieg in das reale soziale Netzwerk erleichtern.

Zur Nutzung von Google+ braucht man einen kostenlosen Google-Account. Das dürfte für die Akzeptanz kein Probelm sein, denn Millionen von Android- und Google Mail Nutzer sind schon im Besitz eines Accounts.

Eine Teilnahme an Google+ ist in der Testphase nur auf Einladung möglich. Google+ ist momentan nur als mobile App im Android Market verfügbar. Eine Version für den Desktop PCs soll folgen.

Mal schauen, wie es Google mit dem Datenschutz und der Privatsphäre bei Google Plus halten wird.


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