Routenplanung auf PC und Übertragung in Navisoftware

Navigationssysteme für Autos oder Motorräder sollen die Käufer vom Ort A über B und C nach D navigieren. Das soll, je nach Einstellung, auf dem schnellsten oder kürzesten Weg geschehen. Diese Gattung der Navisysteme muss mit gezielt gesetzten Wegpunkten dazu gebracht werden einer bestimmte Route zu folgen.

Ein weiteres Problem bei der Übertragung von Wegepunkten auf ein Navi ist, dass die Systeme meist zwischen Wegepunkten ihren eigenen Algorithmus verwenden und damit von der eigenen Routenplanung mit dem PC und der dabei verwendeten Software durch einen anderen Algorithmus mehr oder wenig abweichen werden.

Quelle: Google Maps

Eine große Anzahl von Wegepunkten können die meisten Navis auch nicht verarbeiten. Bei TomTom Navis ist die Anzahl der Wegpunkte auf 48 begrenzt.

Es gibt meines Wissens momentan kein Planungstool für den PC, das konform zum benutzten Navigationssystem funktioniert und keine Neuberechnung von Wegpunkt zu Wegpunkt durchführt, denn die Hersteller publizieren ihren Algorithmus nicht.

Mit Software auf Smartphones aufgezeichnete Tracks (Koordinaten, Höhendaten und Zeitstempel) bestehen aus hunderten oder gar tausenden von Wegepunkten, die durch Linien verbunden werden. Track Navigation können die meisten Navigationsgeräte für den Straßenverkehr nicht.

Ein weiteres Problem gibt es bei der Planung mit Google Maps oder Microsoft Bing Maps. Diese Online-Systeme müssten das passende Routing je Navisystem für den speziellen Algorithmus als Daten exportieren können. Leider fehlen diesen Online Produkten die Exportfunktionen. Eine weitere Einschränkung für die Online Routenplanung ist die Begrenzung der Zwischenziele auf derzeit 8 oder 22 Wegepunkte. Die Beschränkungen resultieren vermutlich aus der Lizenzierung der Kartenhersteller an Google und Microsoft und der geforderten Geldbeträge.

 

Die in Google Maps verwendeten Kartendaten stammen von Teleatlas. TomTom Navis nutzt ebenfalls Teleatlas. Andere Hersteller von Navisystemen lizenzieren das Kartenmaterial von Falk, Navteq, und anderen Lieferanten. Auch das Kartenmaterial unterscheidet sich voneinander in den Details.

Die Uni Heidelberg betreibt ein OSM-Routing-Projekt zur Planung von Routen. Sehr gut ist dabei, dass die generierten Daten als *.gpx- und *xml-Dateien zu exportieren sind. Weitere Hinweise finden sich bei http://www.openrouteservice.org/

Ein typischer Track für Google Earth besteht deshalb aus mehreren tausenden Punkten. Google Earth verbindet die Trackpunkte per gerader Linie (Luftlinie). Bei sehr vielen Punkten sieht es dann so aus, als ob einer Straße gefolgt würde.

Die Software RouteConverter hat meines Wissens keine Beschränkung von Tracks und Wegepunkten. Diese Freiheit ermöglicht die Planung von größeren Routen und Konvertierung in diverse gebräuchliche Dateiformate.

Nach diesen momentan doch sehr unbefriedigenden Ergebnissen bei der eigenen komplexen Routenplanung muss man seine Route für Navisysteme aus einer begrenzten Anzahl von Wegepunkten nach folgendem Rezept erstellen:

  1. Feststellen welche Anzahl Wegepunkte das Navisystem verkraftet
  2. Welches Datenformat und Version akzeptiert das Navisystem
  3. Wegepunkte in der Reihenfolge setzen wie sie gefahren werden sollen
  4. Nachträglich eingesetzte Wegepunkte in die vorgenannte Reihenfolge einsortieren
  5. Wegpunkte auch auf solche Straßen setzen, die nicht der kürzesten oder schnellsten Verbindung entsprechen
  6. Wegpunkte auf Ein- oder Ausfallstraßen setzen, keinesfalls in der Ortsmitte
  7. Wegpunkte an Stellen ohne andere Straßen in der Nähe setzen
  8. Wegpunkte immer auf die Richtungsfahrbahn setzen

Alle Wegepunkte mit hohem Vergrößerungsfaktor kontrollieren, damit sie exakt gesetzt sind. Anschließend muss man die Datei in das Datenformat des Navi-Herstellers aus der Planungssoftware exportieren und in das Navi importieren.

Das Resultat muss auf dem Navi selbst kontrolliert werden. Vermutlich müssen dann Wegepunkte an vielen Stellen immer wieder nachgearbeitet werden, bis eine sinnvolle Route über Straßen und nicht als Linienverbindung in der Landschaft auf der Karte dargestellt wird.


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