Cloud Computing bietet keinen ausreichenden Datenschutz

Cloud Computing beschreibt kein neues System, sondern den technologischen Trend, IT-Ressourcen nach Bedarf über ein Netzwerk für zugreifende Clients bereit zustellen und abzurechnen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Diese Dienstleistung läuft auf Servern bei einem Provider ab. Client Endgeräte können Desktop, Notebook, Netbook, Smartphone oder Tablet-PC sein.

Die Cloud „Wolke“ bietet “as a Service”, also auf Abruf – Rechenkraft und Speicher „Infrastructure as a Service“, Plattformen und Programmierumgebung „Platform as a Service“ und Software „Software as a Service“ an.

Nach einem Bericht im Handelsblatt hat eine Äußerung vom Managing Director von Microsoft Großbritannien, Gordon Frazer, das Misstrauen gegen Dienstleistungen aus der Cloud bei den Anbietern weiter geschürt.

Microsofts Cloud Lösung Office 365 und andere US-Cloud-Anbieter müssen möglicherweise Kundendaten an das FBI und andere US-Behörden weitergeben! Das gilt auch, wenn die Daten in europäischen Rechenzentren liegen.

Die gesetzliche Grundlage ist der in den USA gültige USA Patriot Act.

Der USA Patriot Act ist Teil von Gesetzen, mit der die USA auf die Ereignisse des 11. September 2001 reagiert haben. Das Gesetz ermöglicht dem FBI und anderen US-Behörden weitreichende Befugnisse im Rahmen der Terrorabwehr und der Verfolgung anderer Straftaten. US-Unternehmen sind daher verpflichtet, Informationen über ihre Kunden weiterzugeben, auch wenn die Kunden ihren Sitz im Ausland haben. Die US-Behörden können in einem sogenannten National Security Letter (NSL) anordnen, dass der Empfänger der Aufforderung darüber Stillschweigen zu bewahren hat.

Aus meiner Sicht bestehen durch die mögliche Weitergabe von Daten an der Vertraulichkeit und damit der Rechtmäßigkeit einer Datenverarbeitung auch für Anbieter in Europa starke Zweifel. Das sind wesentliche Grundelemente der Informationssicherheit.

Nachtrag vom 11.08.2011: Auch Google macht auf seinen europäischen Servern gespeicherte Daten den US-Behörden zugänglich. In der Vergangenheit hat Google schon mehrfach Nutzerdaten aus Europa an US-amerikanische Geheimdienste weitergeleitet. Das erklärte ein Konzernsprecher von Google auf eine Anfrage der Wirtschaftswoche.


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