Der neue Vorstandsvorsitzende Leo Apotheker (ex SAP) hat das Betriebssystem WebOS für HP als erledigt erklärt und will die PC-Sparte einschließlich Entwicklung und Produktion verkaufen. Im März diesen Jahres hatte der HP Chef Apotheker verkündet, dass WebOS auf allen PCs, Drucker und Scannern des Unternehmens laufen soll.
Die sich völlig widersprechenden Pläne lösten eine heftige Reaktion bei der HP-Aktie aus und fiel um 20 Prozent.
Der letzte Vorstand von HP hat das Unternehmen Palm und das Betriebssystem Palm für 1,3 Milliarden US-Dollar gekauft. Nun wird es eingestellt. Aus der aktuellen Sicht war die Entscheidung seines Vorgängers Palm zu kaufen falsch. Aber da er und seine Berater zu der Überzeugung gekommen sind, dass mittelfristig nach allen Prognosen Apple und Google mit Android die Gewinner des Hype Smartphone und Tablet-PC sind, handelt er richtig und vermeidet, dass im Unternehmen Hewlett-Packard noch mehr Geld als bisher verbrannt wird.
WebOS war sicherlich ein gutes Betriebssystem, aber wenn das Ökosystem wie Apps in großer Anzahl fehlen, macht es einfach keinen Sinn so ein Gerät auch für wenig Geld für Kunden zu kaufen. Smartphone und Tablet-PC sind nun einmal ein Massenmarkt. Welcher Entwickler programmiert für ein Nischenprodukt. Damit ist für niemanden genügend zu verdienen.
In der Vergangenheit sind schon mehr gute Systeme vom Markt genommen worden, da Vorstände die Einsicht hatten, jetzt aus zusteigen, statt weiter Pleiten zu produzieren. Ein Beispiel war in den 70er Jahren die Aufgabe des Sony Betamax Videosystems (Halbzoll-Magnetbandsystem zur Aufzeichnung von analogen Video- und Audiosignalen) gegen die herrschende Vormachtstellung von VHS.
An der Aufgabe der PC Sparte von HP zeigt sich wie kurzlebig heute Geschäftsmodelle sind. Vor Jahren war die Devise Zukäufe zu tätigen, um schneller zu wachsen. Es sei erinnert an den Zukauf der PC Firma Compaq von HP und damit verschwand die Marke vom Markt.
Die großen Produzenten von PCs wird es freuen, denn ein Wettbewerber verschwindet vom Markt. Auch in diesem Sektor ist der Innovationszyklus unglaublich hoch, denn glauben wir den Ankündigungen von Microsoft, wird auch das Betriebssystem Windows 8 reif sein für Tablet-PC und andere elektronische Hardware wie Smartphones.
Warum soll HP weiterhin in neue Techniken investieren, denn alle verkaufen ihre Produkte über den Preis mit Ausnahme von Apple. Apple lässt sich den Lifestyle fürstlich bezahlen und die Kunden tun es mit Freude. Wenn man die Preisverfall für Android längere Zeit beobachtet, muss festgestellt werden, dass Gewinn nur mit ganz großen Stückzahlen und dem richtigen Produkt gemacht werden kann.
Auch der weiterhin ungebremste Sinkflug von Nokia bei den Absatzzahlen hat gezeigt, dass ein Unternehmen viel Geld verlieren kann, wenn es nicht zur rechten Zeit das richtige Produkt und Marketing hat.
In den USA verramscht HP am Wochenende seine Tablet-PCs ab 99 US-Dollar. Mal schauen welches asiatische Unternehmen die Hinterlassenschaft von HP kaufen wird?
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